Alte Schäferei

Gerätemuseum des Coburger Landes

Schlenkermarkt

Samstag, den 3. Februar 2018, von 10 - 18 Uhr

17:30 Uhr: Feuershow mit Narrateau
19:30 Uhr: Volxtanz mit Boxgalopp

Am ersten Februarwochenende im neuen Jahr lädt die Alte Schäferei herzlich zum Schlenkermarkt ein. Vielen ist der alte Brauch des Schlenkelns oder Schlenkerns weniger oder gar nicht bekannt. Deshalb möchten wir an die frühere Tradition erinnern.

Mariä Lichtmess
Mit dem Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar endet im kirchlichen Kalender die Weihnachtszeit - die übrigens nicht mit dem ersten Advent, sondern erst an Heiligabend beginnt. Die katholische Kirche feiert diesen Tag zur Erinnerung an die Darbringung Jesu durch Maria im Tempel. Noch heute werden am Lichtmesstag Kerzen und Wachsstöcke geweiht.

Dienstbotenwechsel
Auf dem Land hatte dieser Tag auch eine große weltliche Bedeutung. Mit ihm ging das bäuerliche Arbeitsjahr zu Ende, und dem Gesinde wurde der Lohn vom ganzen letzten Jahr ausbezahlt. Je nach Dienstherr erhielten Knechte und Mägde dazu noch etwas Kleidung oder ein paar Schuhe. Der Lohn war meistens nicht sehr hoch, denn Kost und Logie waren auf dem Hof frei. Außerdem wurde entweder ein neuer „Dienstvertrag“ für das nächste Jahr ausgehandelt oder die Stelle gewechselt. Den neuen Dienstherrn hatte man vorher schon ausgesucht oder fand ihn auf dem Schlenkermarkt. Zu Lichtmess wurden also die Belegschaften durcheinandergewürfelt. Liebschaften unter den Dienstboten, denen das Heiraten lange Zeit nicht gestattet war, hielten oft nur bis zu diesem Zeitpunkt. Daher hat die Redensart „neue Schuhe, neue Liebe“ ihren Ursprung.

„Schlenkelweil“
Bis zum Antritt des neuen Dienstes und nur während dieses Dienstwechsels hatte das Gesinde ein oder mehrere arbeitsfreie Tage. Sie waren eine ersehnte Unterbrechung des Alltags. Die Zeit wurde genutzt, um den eigenen Hausrat in Ordnung zu bringen und Eltern sowie Verwandte zu besuchen.
Sie boten aber auch Gelegenheit zum „herumschlendern“ oder „herumschlenkern“. Dieser Zeitraum wurde auch „Schlenkelweil" genannt. Während der „Schlenkertage“ besuchte man außerdem den Schlenkermarkt, um sich allerhand Schönes einzukaufen. Burschen und Mädchen beschenkten sich dabei gegenseitig. Auch das Wirtshaus wurde aufgesucht, was Gelegenheit gab, den verdienten Lohn wieder auszugeben.

„... an Lichtmess um eine ganze Stund’“
Der 2. Februar ist ein spezieller Tag aus dem Sonnenlauf. Es ist genau die Mitte zwischen der Wintersonnenwende und dem Frühjahrsbeginn. Das Tageslicht ist gegenüber der längsten Nacht am 21. Dezember, „an Stephanie (26. Dezember) um einen Hahnentritt, an Neujahr um einen Männerschritt, an Dreikönig um einen Hirschensprung und an Lichtmess um eine ganze Stund’“ länger. Mehrere Bauernregeln sind mit Lichtmess verbunden: „Ist’s an Lichtmess hell und rein wird ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“ oder „Ist’s zu Lichtmess klar und hell, kommt der Frühling nicht so schnell.“

Markttreiben mit Feuershow
Von den früher üblichen Lichtmess-Märkten haben sich nur wenige erhalten. Kaum einer weiß heute noch darum. Auf dem Schlenkermarkt in der Alten Schäferei dürfen sich die Besucher auf ein buntes und abwechslungsreiches Markttreiben mit vielen Ausstellern freuen. Lassen Sie sich außerdem von kurzweiliger Gauklerkunst verzaubern. Um 17:30 Uhr überrascht eine Feuershow zum Abschluss des Marktes. Auf die Kleinen wartet beim Seifenherstellen und Basteln jede Menge Spaß. Natürlich ist bestens für das leibliche Wohl gesorgt.

Ab 19:30: Volxtanz mit Boxgalopp (Einlaß 19:00)
Das Musikerkonglomerat Boxgalopp hat sich dem wilden, frechen und ungestümen Musizieren verschrieben. Dabei sehen sie sich in der Tradition der Musikanten vergangener Generationen. Sie greifen Melodien aus Franken und anderen Regionen der Welt auf, verpanschen sie im großen Volxmusik-Kochtopf und zaubern daraus wunderschöne Musikstücke zum Tanzen, Zuhören und Mitsingen.
Kein Wunder also, dass bei Boxgalopp-Auftritten 20-bis 80-Jährige fröhlich durcheinander hüpfen und miteinander tanzen. Hier darf jeder tanzen, ohne Angst haben zu müssen, etwas falsch zu machen, denn falsch gibt es hier nicht. Richtig ist: alle sollen Spaß und Freude haben am Tanz. Deswegen werden die Schritte so erklärt, dass alle mitmachen können.
Das Instrumentarium des Boxgalopps besteht in der Regel aus Klarinette, Geige, Akkordeon und Kontrabass. Gelegentlich ist auch der Dudelsack zu hören oder eine Bassklarinette. Kommt immer drauf an, welche Boxgalopp-Musikanten gerade zusammenspielen.

Eintritt zum Markt: Erwachsene 3,- Euro, Kinder bis 12 Jahre und Mitglieder des Fördervereins frei
Karten für Boxgalopp: Schäferstuben Ahorn & Gemeinde Ahorn zu den jeweils bekannten Öffnungszeiten;
VVK: 9 Euro, AK: 11 Euro

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